Italien, Rom

3 Tage Rom für Erstbesucher! Mit Tipps für Wiederholungstäter

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Dieser Artikel wurde von meiner lieben Freundin Céline Mülich geschrieben. Sie hat in Deutschland Geschichte und Kunstgeschichte studiert und 6 Jahre am Frankfurter Städel Museum und der Liebieghaus Skulpturensammlung gearbeitet.
Seit 2012 lebt Sie in Barcelona. Dort haben wir uns auch vor ein paar Jahren kennengelernt. Céline betreibt die Webseiten Fotografen-Homepage, eine Webseite für Fotografen, die eine eigene Homepage erstellen wollen.

Ihr Leidenschaft für Museen und Kultur hat sie aber mit Ihren Haupt-Projekten Barcelona-Museum (seit 2013) und Rom-Museum (seit 2016) umgesetzt. Hier finden sowohl Touristen als auch Einheimische alles zu den Sehenswürdigkeiten und Museen dieser zwei bedeutenden Städte!

Umso mehr freue ich mich, dass Céline sich die Zeit genommen hat und ihre Rom Tipps hier teilt.

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Sonnuntergang, Rom, Foto: Céline Mülich



Rom – das ist die Stadt der Superlativen, Sehnsüchte und des guten Essens. In der Antike war die Stadt wohl ähnlich wichtig, wie wenn man heute Berlin, Paris, Madrid und Lissabon kombinieren würde.
Nach Rom zu reisen heißt auch immer die Spuren der Vergangenheit zu erkunden. Ganz egal ob du zum ersten Mal nach Rom reist oder Wiederholungstäter bist. Für beide Fälle gebe ich dir einige Tipps an die Hand:


1. Tag: Die Ankunft

Je nach dem wann dein Flug in Rom landet, würde ich den Tag entspannt angehen lassen. Denn du musst nicht nur den Weg vom Flughafen bedenken, der bei ca. 1-1,5 Stunden liegen kann, sondern auch das Einchecken im Hotel oder Ferienwohnung.

Nutze die freien Nachmittagsstunden einfach um die Stadt auf dich wirken zu lassen. Gehe im Zentrum spazieren. Auf diese Weise erhältst du nicht nur einen ersten Eindruck, sondern kommst mit Sicherheit auch an dem einen oder anderen Highlight vorbei.

Die Spanische Treppe, die Fontana di Trevi, die Piazza Navona oder auch das Pantheon liegen dann sicher auf deinem Weg. Vielleicht passt auch der Besuch einer der unzähligen Kirchen in den Ablaufplan. In der Nähe der Piazza Navona liegt zum Beispiel die Kirche San Agostino. Eine kleine Kirche, die aber einen speziellen Charme hat und die zudem noch ein Werk Caravaggios beherbergt!

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Pantheon, Rom, Foto: Céline Mülich



Alternative für Wiederholungstäter

Auch du kannst erst einmal entspannt durch Rom schlendern: In der Altstadt finden sich ja immer wieder neue Ecken! Wer seinen Radius aber noch etwas erweitern will, der könnte sich auch den pittoresken Stadtteil Trastevere oder das noch unbekannte – wenn nicht ganz so hübsche – Testaccio ansehen! Hier kannst du die echten Römer antreffen, auf dem Markt einkaufen oder auch auf das eine oder andere kleine Museum treffen!

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Restaurant in Trastevere, Rom, Foto: Céline Mülich



2. Tag: Der Vatikan

Heute kannst du aber so richtig Gas geben! Fangen wir einfach mal im Vatikanstaat an! Denn hier gibt es zwei der Must-dos in Rom: Den Petersdom und die Vatikanischen Museen.

Ich persönlich würde den Tag mit den Vatikanischen Museen starten, denn dann ist man noch frisch und kann die unglaublich vielen Kunstwerke besser auf sich wirken lassen und auch die Menschenmassen und Kilometer machen einem vielleicht noch nicht so viel aus.

Denn die jährlich ca. 6 Millionen Besucher machen sich zu jeder Tageszeit bemerkbar! Die Kunstschätze, die du hier antreffen wirst, machen das Ganze dann aber doch irgendwie wieder wett.

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Vatikanische Museen, 1. “Apollon von Belvedere”, 2 “Laokoon Gruppe”, Rom, Foto: Céline Mülich



Ein kleiner Tipp von mir: Hol dir einen Audioguide! Denn es wäre sehr schade, wenn du zwar durch die Museen schlenderst, aber nicht die Hintergründe zu den Werken und der Geschichte der Sammlung erfährst. Außerdem bekommt man dort einen kleinen Plan mit an die Hand – so verläuft man sich (etwas) weniger!

Meine persönlichen Highlights waren die berühmten Laokoon Gruppe, Perseus und Apoll, natürlich die Stanzen Raffaels und die Sixtinische Kapelle.
Was ich leider nicht mehr geschafft hatte war die Pinakothek – nach 4 Stunden und ca. 8 Kilometern wollten meine Füße nicht mehr mitspielen! 😉

Deswegen: Zeit für eine Mittagspause!

Frisch gestärkt kann es dann ja mit dem Petersdom weitergehen. Der Sitz der katholischen Kirche und die größte Kirche der Welt fasst 20.000 Menschen und ist mit seinen 15.000 m2 wirklich der größte Kirchenkomplex der Welt.

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Petersdom + Petersplatz, Rom, Foto: Céline Mülich



Wenn du die Kirche betrittst, wird dich zunächst die unglaubliche Größe umhauen. Von Außen wirkt der Komplex vielleicht nicht ganz so Pompös, aber innen – diese Höhe, diese Weiten! Man fühlt sich richtig, richtig klein!

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Petersdom, Innenansicht, Rom, Foto: Céline Mülich



Und dann kannst du noch das eine oder andere Meisterwerk betrachten: so zum Beispiel die Pietà Michelangelos! Um dieses Meisterwerk bildet sich meist eine Menschentraube, und das zurecht! Denn diese Pietà ist nicht einfach nur schön anzusehen, sie hat außerdem eine ganz besonderes Aussehen – achtet nur auf das Alter und die Größe der Maria!

Wenn du mehr über die Eintrittsmöglichkeiten wissen möchtest, dann schau dir meinen Erfahrungsbericht einmal an. Denn obwohl der Eintritt hier kostenfrei ist, gibt es verschiedene Wege hinein zu kommen!

Nach dem Besuch dieser zwei großen und bedeutenden Sehenswürdigkeiten würde ich für den den Rest des Tages einen entspannten Spaziergang am Tiber vorschlagen und den Tag bei einem netten Essen im Stadtteil Trastevere ausklingen.


Alternativen für Wiederholungstäter

Ein alternatives Museum wäre die Galleria Borghese. Hier trifft man vor allem auf Künstler des Barock wie Bernini und Caravaggio! Lass dich von den virtuosen Arbeiten faszinieren.

Ein Tipp: Ein Besuch ist nur mit vorheriger Reservierung möglich und man hat insgesamt 2 Stunden Zeit sich alles anzusehen. Hier verläuft alles absolut getaktet!
Und natürlich empfehle ich dir auch hier den Audioguide. Denn so kannst du noch mehr über die Kunstwerke erfahren!

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Galleria und Park Borghese, Rom, Foto: Céline Mülich



Anschließend würde sich ein Spaziergang durch den Park der Villa Borghese anbieten. Schlender so in Richtung Piazza del Popolo und besucht die gleichnamige Kirche.

Wer dann noch Zeit und Lust hat kann sich das kleine “Open-Air-Museum” von Fausto delle Chiaie neben dem Museum Ara Pacis anschauen! Die Arbeiten und auch Fausto machen einen zunächst etwas stutzig, aber er ist wirklich ein zeitgenössischer Künstler Roms, der auch schon auf der Biennale in Venedig war. Persönlich ist er meistens ab 17 Uhr vor Ort.

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Open-Air-Museum von Fausto delle Chiaie, Rom, Foto: Céline Mülich



3. Tag: Die Antike

Heute kannst du den Tag komplett in der Antike verbringen! Denn was wäre ein Besuch Roms ohne den Besuch des Kolosseums? Dem Wahrzeichen Roms. Denn:
„Solange das Kolosseum steht, solange steht Rom. Wenn das Kolosseum fällt, dann fällt auch Rom.“

Im Jahr 80 n. Chr. wurde es mit einer 100-Tage Feier eingeweiht und in den folgenden Jahren und Jahrhunderten wurden dort unzählige Spiele ausgerichtet. Aber natürlich muss man das Treiben hier zwiespältig betrachtet. Denn so interessant wie es sich auch anhört – Gladiatoren, Tiere, Seeschlachten – es starben hier hunderttausende von Menschen und noch viel mehr Tiere.

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Kolosseum, Rom, Foto: Céline Mülich



Eine andere wichtige Stätte liegt direkt Gegenüber vom Kolosseum: Das Forum Romanum. Die Wiege der Demokratie. Hier wandelten Caesar, Cicero, später Augustus und all die anderen Kaiser. Hier errichteten sie ihre Paläste und Tempel, Politik wurde gemacht und Siege gefeiert.
Und auf dem Palatin-Hügel kann man auch noch die Hütte sehen, in der Romulus und Remus aufgewachsen sind!

Info: Das Kolosseum und auch das Forum Romanum können mit einem Kombi-Ticket besucht werden!

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Forum Romanum, Rom, Foto: Céline Mülich



Wer danach noch Kraft hat, der kann sich der Kunst dieser Zeit widmen. Auf dem kapitolinischen Hügel liegen nämlich die Kapitolinischen Museen. Mit einer sehr großen Sammlung an antiken Skulpturen und einer kleinen Sammlung an Gemälden späterer Zeit. Hier erwarten euch vor allem griechische Bronzen, Kaiserporträts, die bekannte Kolossalstatue Konstantins des Großen und vieles mehr.

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Kapitolinische Museen, 1. “Kolossalstatue Konstantin des Großen” und ich, 2. “Der Dornauszieher”, Rom, Foto: Céline Mülich



Zum Abendessen kannst du vielleicht den Restaurant-Tipp von Laura-Lee ausprobieren. Denn Pizza und Italien gehört ja nunmal zusammen!


Alternative für Wiederholungstäter

Etwas mehr als die Kapitolinischen Museen hat mich persönlich der Palazzo Massimo beeindruckt. Denn hier war man fast alleine unterwegs. So kann man sich ganz entspannt auf die 3 Highlights einlassen: Der “Faustkämpfer” aus Bronze, der “Discobolus” aus weißem Marmor und die fast lebensgroße Skulptur von “Augustus als Hohepriester”.

Info: Mit dem Ticket des Palazzo Massimo können zusätzlich die Diokletianstherme, der Palazzo Altemps und der Krypta Balbi besucht werden.

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Palazzo Massimo, “Der Faustkämpfer”, Rom, Foto: Céline Mülich



4. Tag: Abflug und von den Rom Eindrücken zehren!

Genieß noch einen guten Espresso in einer typischen Bar bevor es zum Flughafen geht. Vielleicht schaust du dir während des Rückflugs schon die Bilder an, die du in den letzten Tagen geschossen hast.

Ich hoffe natürlich, dass der eine oder andere Tipp aus diesem Artikel hilfreich war und dir ein paar Ideen für deine Reise nach Rom an die Hand gibt!